Quellen Diversifizierung & Journalismus mit Kontext

Die Probleme

Ursprünglich haben wir drei Probleme definiert: Das Handeln aufgrund von Falschinformationen, das Verbreiten von Falschinformationen und das Entstehen von Konflikten aufgrund von unterschiedlichen Informationsquellen der beteiligten Gruppen. Später konnten wir die Zahl der Probleme auf zwei reduzieren. Informationsblasen, welche häufig zu Konflikten führen, und ein Mangel an Bewusstsein für Quellen-Validität, was einer der Hauptgründe für das Verbreiten und Handeln nach Falschinformation ist. Unser Fokus war hierbei nicht das gezielte Verbreiten von Falschinformationen (Lügen) sondern das willkürliche Weitergeben von Informationen wie es im täglichen Austausch mit Mitmenschen stattfindet (Netzdialog nach Vilém Flusser).
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Die Lösungen

Aus der Vielzahl getesteter Prototypen haben sich letztendlich zwei als sinnvoll herausgestellt. Daher hat sich unser Zweierteam aufgeteilt um jeweils einen der Prototypen in seine finale Form zu bringen. Mir fiel dabei das Karten-Interface für Youtube zu.

Youtube-Interface zur Auflösung von Blasen

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Der Nutzer kann Videos über ein Karten-Interface erkunden.
Er sieht hierbei:

- Seinen üblichen Interaktionsbereich in Form eines Positionsmarkers

- Linien die zu seinen letzten Interaktionen zeigen

- Kanäle und ihre Abonnentenzahl durch unterschiedlich große Punkte

- Abonnentenüberschneidung zwischen Kanälen durch die Entfernung der Punkte

- Videovorschläge die sich in ihrer Spezifität nach der Zoomstufe richten (ganze Karte = beliebteste Videos aus verschiedenen Bereichen;
naher Zoom = Videos zu einem sehr spezifischen Themenbereich)
Es kann hinein gezoomt werden um spezifischere Vorschläge zu erhalten. Hier zu sehen am Beispiel Sport → Bogenschießen
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Bei Nutzerbefragungen stellte sich heraus dass viele Nutzer durch personalisierte Vorschläge auf Seiten wie Netflix und Youtube frustriert sind. Diese Seiten werden häufig aus Langeweile aufgesucht weshalb Abwechslung bei den Nutzer erwünscht ist. Durch die Kombination aus Kartenansicht und Zoomfunktion kann sich der Nutzer schnell mit neuen Themenbereichen vertraut machen und sich beliebig tief in diese hineinarbeiten. Der Positionsmarker und die Verbindungslinien zeigen dem Nutzer wie sehr er sich selbst in einer Blase befindet. Das Wissen dass man sich in einer Blase befindet führt zu einem unguten Gefühl und weckt das Bedürfnis sich zu ändern. Die Informationen über das eigene Nutzerverhalten sind in ein nützliches Interface integriert. Dadurch wird sichergestellt dass der Nutzer ständig auf sein Verhalten aufmerksam gemacht wird ohne dass er sich selbst darum bemühen muss. Außerdem kann so die selbe Oberfläche zur Reflektion und zur aktiven Selbstverbesserung genutzt werden.

Journalismus mit Kontext

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Entwurf von Felix Arnold

Der Quellen-Überblick steht am Anfang des Artikels und hilft so über die Validität zu urteilen bevor Zeit mit Lesen verschwendet wurde.
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Entwurf von Felix Arnold

Durch Kategorisierung der Quellen kann schnell eine Übersicht über die Qualität der einzelnen Quellen gegeben werden und man ist nicht nur auf Quantität beschränkt.
Primär
Sekundär
Meinung
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Entwurf von Felix Arnold

Quellen sind direkt bei den zugehörigen Textstellen verlinkt und helfen so einzelne Aussagen schnell zu überprüfen.
Journalisten haben eine stärkere Motivation gut zu recherchieren und werden mit der Qualität ihrer Recherche direkt konfrontiert.

Vom Prototyping zum finalen Konzept

Um ein relevantes Produkt zu entwickeln haben wir unsere Prototypen regelmäßig mit jungen Erwachsenen getestet und entsprechend des Feedbacks überarbeitet. Zusätzlich haben wir als Experten befragt: Prof. Dr. habil. Georg Kneer für die Fachgebiete Soziologie und Medientheorie und Petra Boschen als publizierende Journalistin.

Dies sind die Prototypen der ersten Generation die den stärksten Einfluss auf das finale Produkt hatten.

Slider

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Die Hauptprobleme waren dass die Nutzer unsicher waren was “Ähnliches” oder“Anderes” für sie bedeutet und dass sie keine Themen filtern konnten an denen sie nicht interessiert sind. Die Kartendarstellung löst aus Nutzersicht beide diese Probleme und stellt dennoch sicher dass der Nutzer auf eine breite Palette an Themen aufmerksam gemacht wird.

Karte

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Die Karte hilft dem Nutzer zwar zu reflektieren aber das erfordert viel Eigeninitiative und die Motivation der Nutzer diese Ansicht gezielt aufzusuchen schwindet schnell. Die finale Interface-Integration löst dies indem sie dem Nutzer hilft ein persönliches Ziel zu erreichen: neue Themen entdecken zur Beseitigung von Langeweile.

Quellen-Baum

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Entwurf von Felix Arnold

Der ursprüngliche Entwurf des Quellen-Baums war hinter einem Klick verborgen wodurch er nur für Nutzer zu sehen ist die gezielt nach Quellen suchen. Die finale Version gibt bereits Informationen über die Vertrauenswürdigkeit des Artikels bevor er gelesen wird. Der ursprüngliche Baum gibt nur Informationen über die Menge und Vernetzung der Quellen wodurch bei Nutzern der Eindruck entstehen kann dass ein Artikel gut recherchiert ist nur weil er viele Quellen hat. In der finale Version sind die Quellen in Primär-, Sekundär- und Meinungs-Quelle unterteilt um Einblick in die Qualität der Quelle zu bieten.